Virtuelles "Schenklengsfeld_2020-Bleib zu Hause"

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Bernd v. Bruch
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Re: Virtuelles "Schenklengsfeld_2020-Bleib zu Hause&

Beitrag von Bernd v. Bruch »

Hallo Leute,

schon ist wieder Sonntag und damit Zeit zum „abbauen“.
Trotzdem sollten wir in diesem Beitra weiterhin unsere Neuigkeiten austauschen.

Eigentlich wollte ich einen Belastungstest für meinen Kleindiesel machen, aber leider ist die Strecke noch zu kurz.
Für die Lok habe ich ein umgespurtes LGB Fahrwerk und eine Feldbahn Lokgehäuse vom Heyn verwendet.
Im großen und ganzen war es ein vertretbarer Aufwand und ich kann meine Wagen bewegen. Auch wenn die zur Verfügung stehende Strecke noch sehr überschaubar ist.
Der Bahnhof Bruchtal hat zwar schon zweieinhalb Gleise, aber beide sind noch fertig eingeschottert. Mit Regelspur sind etwa 20m, auf der Meterspur sind ca. 50m zu befahren. Auf den Rest der Dreischinengleise warte ich noch.
Die Strecke nach Terassia ist noch zum größten Teil in der Planung.
Der Abzweig Keller ist fertig und hier auch die Anbindung an den Kühlschrank. Der Sommer kann kommen, wenn ich jemanden finde der im Keller die Züge mit kühlen Getränken belädt.
Sobald das Wetter und die Post mitspielen geht es draußen weiter.

In diesem Sinne;
bleibt gesund und schreibt fleißig weiter!

Euer Bernd




Bahnhof Bruchtal (Bernd v. Bruch)
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Kleindiesel mit kurzem Zug (Bernd v. Bruch)
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Alexander Krebs
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Re: Virtuelles "Schenklengsfeld_2020-Bleib zu Hause&quo

Beitrag von Alexander Krebs »

Hallo Bernd,

schön zu sehen das ich hier nicht der einzige bin, der das aktuelle Betriebsgeschehen praktisch "live" zeigt. Schade eigentlich, dass diese von Andreas bedingt durch Corona ins Leben gerufene Aktion recht wenig Unterstützung bei den Mitgliedern findet.

Heute morgen wurde ich schon von der Sonne geweckt, auch wenn es für ein ausgiebiges Frühstück im Garten bei der Anlage leider noch etwas kalt war. Pünktlich um 9 Uhr ging es dann aber raus, um den letzten Betriebstag dieser "JHV" vor dem virtuellen "Abbau" in Angriff zu nehmen. 199 006-8 steht noch kalt draußen in Waldau auf Gleis 2 und wird vom örtlichen Personal vor dem neuen Betriebstag erstmal kräftig abgeschmiert, damit sich die Lager auch ordentlich einlaufen können. Im Anschluss wird sie gleich ihren kleinen Motor anschmeißen und die anstehenden Rangiertätigkeiten im Bahnhof aufnehmen.
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Der erste P-Zug des Tages ab Waldau um 09:23 wird heute mit 251 901-5 von der "750mm Schmalspur Fraktion" übernommen. Hier sehen wir die Lok kurz vor ihrem Ziel dem Bahnhof Rosenbach, wobei die Schienen durch den Morgentau hier noch richtig feucht sind.
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Es folgt eine Leerwagen Überführung mit 99 5010 nach Rosenbach, hier aufgenommen im langen Einschnitt kurz vor dem Bahnhof Hochwald. Leider hatte der Fotograf dieses mal Pech, den gegenüber der sonst üblichen Praxis steht die Lok heute mit der Rauchkammer in Richtung Waldau.
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Damit dies beim nächsten Bild dem Fotografen nicht mehr passiert, durchfährt die Lok im Bahnhof Rosenbach die dauer provisorische Wendeschleife. Der Radius ist hier nochmal deutlich enger als bei der bekannten Wendeschleife in Stiege, sodass es trotz eines B-Kupplers ordentlich quietscht im Bogen.
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Im oberen Teil der Strecke hat inzwischen V52 901 Ausfahrt aus dem Bahnhof Waldau in Richtung Waldau. Mit einem R3 Kreis wurde hier ein Ringschluss geschaffen, um nicht permanent zwischen Waldau und Rosenbach mit entsprechendem Umsetzen der Lok pendeln zu müssen. :wink:
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Gerade in der aktuellen auch wirtschaftlich recht angespannten Situation müssen sich natürlich auch unsere kleinen Schmalspurbahnen Gedanken über einen möglichst kosteneffizienten Betrieb machen. Der Personenverkehr ist fast zum erliegen gekommen und auch im Güterverkehr ist das Frachtaufkommen spürbar rückläufig. Daher hat man bei der Waldauer Schmalspurbahnen GmbH (WSB) schon Mitte März die Entscheidung getroffen, einige Züge mit geringer Auslastung als GmP mit einem Halbpackwagen zu fahren. Diese Zuggattung hat es auch schon seit einigen Jahren nicht mehr bei der WSB gegeben, da die Rangierarbeiten auf den Unterwegsbahnhöfen einfach zu zeitaufwändig für die Reisenden waren. Hier sehen wir 99 201-6 mit ihrem GmP bestehend aus 3 zusätzlichen Langholzwagen bei der Ausfahrt aus dem Bahnhof Schönfeld in Richtig Waldau.
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Der Vollständigkeit halber sei hier noch der Rangierhobel gezeigt, welcher hier gerade vor sich hin Dieselt und in den letzten 5 Tagen sämtliche Verschubaufgaben in der Wagenhalle übernommen hat. Aus Platzgründen gibt es hier nämlich kein Ausziehgleis mehr, sodass zwingend eine Maschine als Verschublok zum abziehen der Züge in der Wagenhalle zurückbleiben muss.
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Inzwischen rollen in Unterhaun nach dem Abbau auch die letzten "virtuellen" Module wieder ohne Schäden vom LKW und werden in den "Club" gebracht.
Bernd wird mit mir heute sicherlich gedanklich noch eine Nachtschicht hinlegen, um im Club wieder alles so aufzubauen, wie wir es vor dem Corona Virus im Februar verlassen haben. Damit kann der Fahrbetrieb hier direkt wieder aufgenommen werden, sobald die aktuellen Kontaktbeschränkungen in Hessen gelockert werden.


Viele Grüße und euch allen einen schönen Abend


Alexander
Ralf Hensel
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Re: Virtuelles "Schenklengsfeld_2020-Bleib zu Hause&

Beitrag von Ralf Hensel »

Hallo zusammen,

es war eine nette Ideee, hier ein virtuelles Fahrtreffen auszurichten, auch wenn die Beteiligung nicht sehr groß war. So ein Treffen hat allerdings auch Schattenseiten. In Schenklengsfeld hat man 4 Tage Modellbahn pur, virtuell ist man halt Zuhause und wird dementsprechend auch anderweitig verplant. Soviel zum Thema Liveberichterstattung. Ich war froh, überhaupt ein Fahrmanöver einstellen zu können.

Leider ist mein Fahrweg nicht so groß wie bei Bernd oder Alexander. Bernd jammert zwar über zu wenig Auslauf, aber seine 50m Schmalspur sind ja direkt fürstlich. Ich kann mich zur Zeit gerade mal auf knapp 10m im Keller bewegen :(

Ich würde es auch begrüßen, wenn wir, wie von Bernd vorgeschlagen, hier weiter unsere Neuigkeiten austauschen würden. Schade dass Roelof Vogelzang zu seiner Deutz in der Fotogalerie keinen kleinen Bericht eingestellt hat.

In der Hoffnung, dass wir uns bald mal wieder real in Unterhaun betätigen können, wünsche ich Euch alles Gute. Bleibt gesund.

Ralf
Georges Geiben
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Re: Virtuelles "Schenklengsfeld_2020-Bleib zu Hause&quo

Beitrag von Georges Geiben »

Guten Abend,
hoffentlich ist das Jahrestreffen 2021 wieder in Schenklengsfeld durchführbar.
Bis dahin viel Spass mit der MoBa und bleibt vor allem gesund.
Mit freundlichen Grüssen.
Georg.
Andreas Ristau
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Re: Virtuelles "Schenklengsfeld_2020-Bleib zu Hause&

Beitrag von Andreas Ristau »

Hallo in die Runde,

auch wir haben die Zeit zu Hause genutzt.

Masten 1 (Andreas Ristau)
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Stellprobe für die neuen Masten und Ernüchterung - zu wenig Platz. Da wird die Anlage noch 2 cm wachsen müssen. Der Abstand zum Lichtraumprofil beträgt so nur 1,5cm.

Masten 3 (Andreas Ristau)
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Die Stabilität der Masten ist ausreichend. Bei den Abspannmasten werden wir die Spannvorrichtung als Zurüstteil aus Messing fertigen. Die Teile sind konstruiert, aber aus dünnem Kunststoff - nicht ausreichend belastbar.


Masten 2 (Andreas Ristau)
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Beste Grüße aus der Magdeburger Börde und bleibt gesund
Andreas Ristau

P.S. Vielleicht kann unser Septemberstammtisch ja schon wieder stattfinden!
Karsten Stöhr
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Re: Virtuelles "Schenklengsfeld_2020-Bleib zu Hause&quo

Beitrag von Karsten Stöhr »

Hallo Andreas,

das sind dann 2 cm weniger Platz für unsere Bäuche... :lach:

Kann Dein eigener Drucker über 60 cm lange Teile drucken?
Oder kamen die Masten per Post?

Gruß,
Karsten
Andreas Ristau
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Re: Virtuelles "Schenklengsfeld_2020-Bleib zu Hause&quo

Beitrag von Andreas Ristau »

Mit dem Flieger :D

Beste Grüße
Andreas
Andreas Ristau
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Re: Virtuelles "Schenklengsfeld_2020-Bleib zu Hause&quo

Beitrag von Andreas Ristau »

Schwerin
In der letzten Zeit kam die Frage nach diesem Klassiker in Epoche 2. Martin hat sich der Sache angenommen. Hier das Ergebnis:


Schwerin 1 (Andreas Ristau)
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Schwerin 2 (Andreas Ristau)
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Schwerin 3 (Andreas Ristau)
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Schwerin 4 (Andreas Ristau)
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Beste Grüße aus Altenweddingen
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Bernd v. Bruch
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Re: Virtuelles "Schenklengsfeld_2020-Bleib zu Hause&

Beitrag von Bernd v. Bruch »

Hallo Leute,

Das Fahrtreffen ist nun eine Weile vorbei, aber bei mir geht es mit der Regelspurstrecke voran. Die Hauptstrecke ist endlich komplett mit 3 Schienengleis aufgebaut. Leider fährt aber doch nur die Schmalspur darauf, da an einer R5- Weiche bei der dritten Schiene noch Schwellen und der Radlenker fehlen. Die Gleislage ist ebenfalls zu verbessern.
Bei den Radien habe ich minimal 2m verwendet, wo genug Platz ist 3m. Auf der Hauptstrecke verwende ich nur R5 Weichen, so das die Züge sanft abzweigen können. Im Bahnhof fehlt eine Weiche und diverse Weichenantriebe, dann ist auch er fertig.
Bevor die Restarbeiten in Stress ausarten lasse ich jetzt lieber den kleinen Zug mit den aufgebockten Wagen gemütlich seine Kreise ziehen.

Für Euch noch ein schönes Pfingsten und bleibt Gesund

Euer Bernd
Alexander Krebs
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Re: Virtuelles "Schenklengsfeld_2020-Bleib zu Hause&quo

Beitrag von Alexander Krebs »

Hallo Leute,

da ja unter anderem von Bernd und Ralf der Wunsch aufkam sich auch nach unserer "virtuellen JHV 2020" sich hier weiter über das aktuelle Geschehen auszutauschen, möchte ich den Beitrag heute mal fortsetzen. In meinen Augen wäre es hierfür aber langfristig sinnvoll, zur Wahrung der Übersichtlichkeit im Spannwerk, eine eigene Fotogalerie und Beitrag mit dem Thema "Virtuelle Bautreffen Unterhaun 2020" zu erstellen. Gerne kann dann mein Beitrag auch hierhin verschoben werden. Wie das aber schlussendlich von unseren "Verantwortlichen" umgesetzt wird ist ihre Sache, dass soll nur ein Vorschlag von mir sein.

Am Montag bin ich bei einem großen Verkaufsportal auf zwei Sätze HSB Rollböcke von Modellbau Boerman im "neuwertigen" Zustand gestoßen, welche recht günstig angeboten wurde. Ich bin inzwischen was solche "Geschäfte" angeht wirklich sehr vorsichtig geworden, da ich leider schon einige Leute in meinem persönlichen Umfeld kenne, welche zwar bezahlt, aber dann nie ihre bestellte Wahre erhalten haben. In der Gartenbahn Profi war ja zu diesem Thema vor nicht allzu langer Zeit auch mal ein längerer Bericht über potentielle Betrüger drinnen, welche die Gutgläubigkeit so mancher Spur II Freunde bewusst ausnutzen.
Da in diesem Fall der Verkäufer allerdings schon etliche Jahre aktiv war, mehrere Artikel zum Verkauf anbot, eine positive Bewertung hatte und wir uns auf die Bezahlung mit PayPal einigen konnten, habe ich es dann doch riskiert. Ich wurde von ihm auch nicht enttäuscht: Dienstag bekam ich die Sendungsnummer und Mittwoch klingelte dann schon der Paketbote an der Haustür.
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Kurze Zeit später klingelte es dann erneut, allerdings das Bereitschaftshandy der Mannschaft vom Hilfszug. Die 4 neuen Rollböcke sollten in einer kurzen Regenpause schnell zur genaueren Untersuchung in die hauseigene Werkstatt überführt werden. Die "Dicke" stand von Pfingsten noch vorne in der Wagenhalle und wurde also schnell mit dem einsatzbereiten Gerätewagen gekuppelt.
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Am Ladegleis in Rosenbach angekommen machte man sich direkt an eine kurze Untersuchung des Laufwerks, war man doch in Anbetracht des günstigen Einkaufspreises immer noch ein wenig skeptisch...
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Die Zweifel konnten aber schnell ausgeräumt werden. Die Wagen zeigten sich mit nur ganz minimalen Laufspuren auf den Edelstahl Radreifen von einer Innenanlage wirklich in einem "neuwertigen" Zustand. So gab es eigentlich für die Mannschaft nicht mehr zu erledigen als vor der Überführung die Achslager mal ein bisschen zu schmieren.
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Es wurde dann noch aufwändig rangiert in Rosenbach, damit mit dem Gerätewagen ein gebremstes Fahrzeug am Zugschluss läuft. Sicher ist sicher, hier hat die Überführung die Werkstatt schon fast erreicht.
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In der Werkstatt wurden die 4 neuen Rollböcke dann erstmal in die letzte Ecke gestellt mit der großen Hoffnung, vielleicht im Jahr 2020 doch noch bei der IG Spur II zum Einsatz zu kommen. Ansonsten habe ich mit den Rollböcken aber auch kein Verlust gemacht und kann diese bei Bedarf wieder "abstoßen".


Viele Grüße

Alexander
Ralf Hensel
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Re: Virtuelles "Schenklengsfeld_2020-Bleib zu Hause&quo

Beitrag von Ralf Hensel »

Hallo Alexander,

netter Bericht. Ich bin leider noch nicht viel weiter gekommen, habe allerdings das Pfingstwochenende mit Max beim DEV in Bruchhausen-Vilsen verbracht, wo wir uns zur Saisoneröffnung etwas nützlich machen konnten.

Viele Grüße
Ralf
Ralf Hensel
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Re: Virtuelles "Schenklengsfeld_2020-Bleib zu Hause&quo

Beitrag von Ralf Hensel »

Hallo zusammen,

mittlerweile konnte eine erste Probefahrt des Fahrwerks von 99-03-24 durchgeführt werden. :D

Puristen wie mein Sohn bemängeln natürlich das Fehlen von Knotenblechen, da ich die Profile einfach nur zusammengelötet habe. Für mich ist allerdings in erster Linie entscheidend, dass der fertige Wagen auf dem Gleis einen hohen Wiedererkennungswert hat.

Probefahrt Fahrwerk 99-03-24 (Ralf Hensel)
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Die Achslager sind nur provisorisch montiert

Viele Grüße
Ralf
Alexander Krebs
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Re: Virtuelles "Schenklengsfeld_2020-Bleib zu Hause&quo

Beitrag von Alexander Krebs »

Hallo Ralf,

das Fahrwerk vom 99-03-24 sieht einfach spitze aus. Besonders die feine innenliegende Balancierkupplung macht bei dem Modell richtig was her. Eigentlich Schade, dass diese später im Betrieb vom Aufbau verdeckt wird. Das Vorbild diente nach seiner Ausmusterung noch einige Zeit in der Einsatzstelle Gernrode als Schlakewagen für die Dampfloks und wurde später einfach inkl. Inhalt hinten auf den „Friedhof“ geschoben. Theoretisch müsste ich auch noch Bilder vom Wagen aus dem Jahr 2016 haben, da hatte ich mich nämlich mal in Gernrode an der alten Umladung bis zu den letzten Wagen „durchgeschlagen“.

Der allgemeine Zustand der Anlage und Fahrzeuge ist inzwischen ja nur noch ein Trauerspiel, Vandalismus, Brandstiftung und der natürliche Verfall tuen ihr übriges. Geschockt war ich aber vom Zustand der 199 010, welche ja lange Zeit noch vorne im Bahnhof als Ausstellungsstück im optisch recht guten Zustand stand. Warum die IG Selketalbahn mit ihrem Vereinsheim direkt an der Umladung nicht zumindest einmal im Jahr hier mit einem Freischneider durchgeht und die Scherben zusammen fegt bleibt mir bis heute ein Rätsel. Es steht dort auch noch ein völlig eingewachsener Transportwagen für Schmalspurfahrzeuge inkl. erhaltener Verladerampe. Wenn man das Gelände von vorne herein in einem halbwegs ansehnlichen Zustand erhalten hätte, hätte man dem jetzigen Vandalismus vorbeugen können und die Fahrzeuge den Besuchern des eigenen Museums zumindest als Exponate präsentieren können. Aber die Zeiten sind jetzt unwiederbringlich vorbei, bei dem Zustand des Geländes helfen nur noch eine große Anzahl an Containern…

Ich beschäftige mich zurzeit eher mit der Infrastruktur im Garten. Inzwischen habe ich einiges an Ersatzteilen und auch noch zwei wetterfeste Einkanal Weichendekoder von Massoth bestellt. Damit sind jetzt endlich alle planmäßig betrieblich genutzten Weichen mit digital schaltbaren Weichenantrieben ausgestattet. Bei den Bahnhöfen Schönheide und Hochwald sind diese als zeitlich gesteuerte Rückfallweichen ähnlich wie in deinem Bahnhof Silberhütte konfiguriert, sodass jeweils der ausfahrende Zug die Weiche anfordert und die Grundstellung der Betriebsstelle zeitabhängig selbsttätig wiederhergestellt wird. Dieses Verfahren hat sich im Betrieb wirklich bewährt, da man so nicht vergessen kann die Weichen wieder in Grundstellung zu bringen, was bei der nächsten Zugbegegnung unweigerlich zum Frontalzusammenstoß führen würde. Bei den bereits verbauten Weichendekodern mit Antrieben habe ich den gleisseitigen Anschluss in den letzten Tagen neu sauber verlötet, damit ein zuverlässiger und sicherer Bahnbetrieb auch in Zukunft gesichert ist. Im Einsatz war hierfür die kleine Dicke mit Gerätewagen und einem zusätzlichen Flachwagen, welche die ganze Zeit zwischen den einzelnen Betriebsstellen und der Werkstatt mit den ausgebauten Weichenantrieben pendelte.
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Bei der Bestellung habe ich mir direkt noch einen Satz außenliegende Balacierkupplungen von LGB für das Harzkamel mitbestellt. Mich hat es schon immer gestört das diese an der Lok fehlen, mit leichten Anpassungen passen diese eigentlich recht gut an die Lok. Selbst der Bewegungsraum der Drehgestelle wird durch die montierte Kupplung nicht eingeschränkt, sodass man die Lok theoretisch auch weiterhin durch den R1 quälen kann.
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Die ebenfalls beiliegenden Puffer mit Trichterkupplung der Neubaulok bekam dann die neue V10C spendiert inkl. schmalem Flaschenöffner S Kuplix mit Doppelhaken für den Rollwagen / Rollbockverkehr. Das Ergebnis ist zwar immer noch nicht optimal, da die Pufferteller der Neubauloks größer als die der V10C sind, aber besser als die vorher verbauten Rhb Puffer oder die ovalen von LGB.
Die Idee mit einer vorbildlichen Balacierkupplung im Garten zu fahren habe ich bereits vor längerer Zeit zu den Akten gelegt. Sicherlich eine tolle Sache wenn man es hat, aber wenn man jeden Tag bei jedem Rangiermanöver auf dem Boden herum krauchen muss um mit einer Pinzette die Kupplung zu verbinden oder zu trennen, bleibt der „Fahrspaß“ einfach auf der Strecke. Man sieht es denke ich auch jedes Jahr, wenn im Bahnhof Herstrop ein Fahrzeug mit vorbildlicher Kupplung auf Gleis 3 gekuppelt werden soll. Von vorne ist der Arm zu kurz bzw. es stehen andere Fahrzeuge im Weg und von hinten blockiert der Lokschuppen den Bewegungsfreiraum des Rangierers.

Letzte Woche habe ich mich dann noch ins Auto gesetzt und in direkter Nachbarschaft beim Werksverkauf des Herstellers meine „neue“ werksüberholte Digitalzentrale abgeholt. Ein Thema, was mich sehr lange beschäftigt hat, wollte ich doch eigentlich schon letztes Jahr zur Saison meine inzwischen 21 Jahre alte LZ100 ablösen. Diese funktioniert zwar bis heute fehlerfrei und erfüllt auch fast alle meine Wünsche an eine moderne Digital Zentrale, jedoch muss man bei einem solch alten Gerät mit bestimmt inzwischen mehr als 10.000 Betriebsstunden jederzeit mal davon ausgehen das ein Kondensator platzt etc. und es so zum Totalausfall kommt. Das Ganze geschieht natürlich dann nicht unter der Woche zu den regulären Öffnungszeiten der Geschäfte, wo man mal eben schnell die 3km mit dem Fahrrad in die Stadt fährt und sich beim Händler eine neue kaufen kann, sondern Samstag abends nach 20 Uhr. Im ungünstigsten Fall noch dann, wenn man gerade mal Besuch hat und nichts geht mehr. Klar, wir haben über 30 Loks aber nur eine altersschwache Digitalzentrale verfügbar. Darüber welche Zentrale ich mir denn nun kaufen soll, habe ich mir lange Gedanken gemacht und schlussendlich folgendes Anforderungsprofil an die „Neue“ gestellt:

- Stromversorgung sowohl mit Wechselstrom (Trafo) als auch mit Gleichstrom (Netzteil)
- Direkter Gleisausgang ohne externen Booster an der Digitalzentrale für den kleinen "Testkreis" (das bot die alte LZ100 nicht, wodurch man zwingend auf einen Booster angewiesen war)
-> entsprechend bei unserer Spurweite daher ein Gleisausgang von mind. 3-5A
- XpressNet Bus V3.6 für Handregler inkl. Abwärtskompatibilität bis V3.0 für ältere Geräte
- LAN / USB Schnittstelle entweder direkt im Gerät integriert oder über den XpressNet Bus erweiterbar
-> WLAN für die Direktaufschaltung der Roco WLAN-Multimaus ohne externen Router wünschenswert (auch in Verbindung über den XpressNet Bus)

Mit diesen Anforderungen habe ich mich dann im Internet mit allen Digitalzentralen, die dafür in Frage kommen, beschäftigt. Gerne hätte ich mich dabei für die MZSpro von MD Elektronik mit 8A Gleisausgang und integriertem WLAN entschieden. Leider bietet diese aber nur die Möglichkeit zum Anschluss eines Netzteils und es werden nur Handregler mit der neuen XpressNet Version 3.6 unterstützt. Somit war recht schnell klar, dass es wieder auf Lenz Elektronik mit ihrer neuen LZV200 hinauslaufen würde. In etwa zur gleichen Zeit begann der Hersteller aber für kleines Geld werksüberholte LZV100 aus der Eintausch Aktion weiterzuverkaufen. Da auch bei der neuen LZV200 trotz integrierter USB-Schnittstelle zur LAN-Anbindung weiterhin ein externes Interface benötigt wird, bringt in meinem Anwendungsfall die neue LZV200 gegenüber der werksüberholten LZV100 keinerlei Vorteile. Daher habe ich mich schlussendlich für die „gebrauchte“ LZV100 im Werksverkauf entschieden, auch wenn die Entwicklung inzwischen auch schon rund 15 Jahre alt ist.
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Die WLAN-Anbindung erfolgt dabei auch nicht mehr über das externe Interface von Lenz, sondern über den XP Z21 WLAN Adapter von MD Elektronik, welcher zur Erhöhung der Reichweite in das Heimnetzwerk mit fester IP-Adresse eingebunden ist.
Bei den günstigen Preisen im Werksverkauf habe ich dann direkt noch einen neuen LH100 mitgenommen, weil meiner nur die veraltete XpressNet Version 3.0 hat und ich das Kabel auch schon mal geflickt hatte.

Viele Grüße

Alexander
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Bernd v. Bruch
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Re: Virtuelles "Schenklengsfeld_2020-Bleib zu Hause&

Beitrag von Bernd v. Bruch »

Hallo zusammen

sind ja schöne Fortschritte bei Euch zu sehen. Das Fahrwerk von Dir Ralf ist echt klasse. Ich bin schon gespannt wie der fertige Wagen aussieht. Um mir die Arbeit zu erleichtern habe ich mir 2 Fahrwerke bei der Spur2-Manufaktur bestellt um daraus Drehschemelwagen für die Regelspur zu bauen.

An sonsten bin ich wie Du Alex am verfeinern von Fahrzeugen und am verbessern meiner Strecke im Garten. Für die Regelspur fehlen immer noch 59,5cm Schiene an einer R5 LGB Weiche. Ich denke aber das die fehlenden Schwellen für die 3. Schiene bald kommen.
Um dann gleich richtig loszulegen habe ich schon einen Lasttest mit meinen beiden Lökchen durchgeführt. Auf gerader Strecke schaffen sie 12 Wagen. Bei den Steigungen im Garten reduziert sich aber die Anzahl auf 7. Die Kleine Feldbahnlok von Heyn mit Umgespurtem LGB-Antreib könnte noch ein wenig mehr Gewicht vertragen. Die Umgespurte Deutz von Zenner hatte das Pech das dicke Wolken aufgezogen sind und ich vorsichtshalber alles wieder eingepackt habe bevor es geduscht wird. Ein paar Fotos konnte ich trotzdem machen und freue mich schon auf längeren Sonnenschein und eine fertige Strecke. Bis dahin werde ich auch noch ein paar Unebenheiten in der Gleislage ausmerzen müssen. Es gibt also noch viel zu tun; Ruhen wir uns erst mal aus... javascript:emoticon(':D')

Grüße
Bernd

auf gerader Strecke schaft sie es (Bernd v. Bruch)
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auf gerader Strecke schaft sie es (Bernd v. Bruch)
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meine Zwei kleinen im Vergleich (Bernd v. Bruch)
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Zuletzt geändert von Bernd v. Bruch am 27. Jul 2020, 17:24, insgesamt 1-mal geändert.
Ralf Hensel
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Re: Virtuelles "Schenklengsfeld_2020-Bleib zu Hause&quo

Beitrag von Ralf Hensel »

Hallo Alex, hallo Bernd,

leider war das mit dem Fahrwerk nicht ganz so toll wie ihr meint. Wollte Anfang der Woche mit dem Aufbau beginnen und habe dazu eine Skizze mit den Maßen für die Fertigung erstellt. Dabei mußte ich leider feststellen, dass es zwischen Fahrwerk und Aufbau eine Diskrepanz gibt, konkret: Die Pufferbohlen sind um 1cm zu kurz, warum auch immer :oops: . Das sind dann so Momente, wo ich am liebsten das Hobby wechseln würde. Nun ja, nach einer Nacht drüber schlafen habe ich mich dann an den Neubau der Pufferbohlen gemacht, die erste ist bereits wieder montiert, die zweite wartet noch auf das Ausfeilen der Durchbrüche für die Stangen der Balancierkupplung (ich liebe diese Arbeit). Glücklicherweise habe ich die Maße für den Aufbau nicht am Fahrwerk ermittelt sondern anhand der Aufzeichnungen die ich mit Max in Gernrode gemacht habe, sonst wäre das ganze vielleicht erst viel später aufgefallen und nicht so einfach zu beheben gewesen.

Es ist schön zu sehen, dass es bei Euch wenigstens Fortschritte gibt. Alexander, dein Harzkamel hat durch die Nachbildung der Balancierkupplung sicherlich gewonnen, schade nur dass sie nicht funktionsfähig ist, sonst hättest du meine Wagen in Schenklengsfeld anhängen können. Allerdings stimme ich dir zu, im Garten hätte ich auch keine Originalkupplung eingesetzt, das ist einfach zu fummelig. Auf einem Modul in der richtigen Höhe und bei passender Modulbreite aber ganz ok. Alexander, wenn du das Foto vom 99-03-24, von dem du sprachst, wiederfinden würdest, wäre das ganz toll. Wir konnten unsere Bilder und Vermessungen nur an den traurigen Resten in Gernrode machen, leider war die Beschriftung auf beiden Seiten des Wagens nicht mehr vollständig zu ermitteln.

Das du bei deinem Fahrpult wieder auf eine ältere Entwicklung zurückgekommen bist, finde ich durchaus ok. Wenn ich so überlege, was die Fahrpulte heute alles können und was ich für den Betrieb meiner Anlage wirklich brauche... Ich fürchte allerdings, früher oder später muß ich mir auch Gedanken über meine Digitaltechnik machen. Der Regler des Funkfahrpults liegt in der Nullposition gerade so an der Grenze. Einmal gegen das Gehäuse getickt, schleicht der Zug schon los. Auch die Adresstaste, welche zugleich auch die Einschalttaste ist, braucht mittlerweile einen kräftigeren Druck um zu reagieren.

Auf deine Drehschemelwagen Bernd bin ich echt gespannt. Werden das Freelance-Modelle oder baust du nach konkreten Vorbildern? Habe mir mal auf der Seite der Spur2-Manufactur die Wagen angesehen, die machen ja einen recht guten Eindruck. Ich vermute, die Fahrwerke werden sicherlich recht detailiert sein? Jedenfalls ersparst du dir einigen Aufwand beim Bauen und wahrscheinlich auch Pannen wie oben.

Ich wünsche euch beiden jedenfalls viel Erfolg und viel Freude bei der Vervollständigung der Infrastrukturen auf euren Gartenbahnen und gutes Gelingen bei der Verfeinerung der Modelle.

Viele Grüße
Ralf
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