26,7 mm Feldbahn selbstgenagelt: Modulares Stecksystem für den fliegenden Aufbau

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Jason Neugebauer
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26,7 mm Feldbahn selbstgenagelt: Modulares Stecksystem für den fliegenden Aufbau

Beitrag von Jason Neugebauer »

Liebe Modellbahnfreunde der großen Spur,

schon seit längerem beschäftigt mich das Thema Feldbahn im Maßstab 1:22,5.
Was ursprünglich in Kindheitstagen auf 30 mm fuhr, hat sich über die Jahre zu Fahrzeugen für die 26,7 mm Spurweite gewandelt. Dies hat jedoch natürlich zur Folge, dass konsequenterweise auch ein anderes Gleissortiment erforderlich ist. Da es aus meiner Sicht leider kein robustes Gleissystem für die 26,7 mm Spurweite gibt, landet man schlussendlich meist beim Selbstbau.

Um einen individuellen Aufbau der Fahrstrecke zu ermöglichen, sind Module in der Modellbahnszene schon lange kein Geheimnis mehr. Allerdings sind die, die einem auf Anhieb einfallen, für den schnellen - kleinen Feldbahnspaß meist eine Nummer zu groß.

Mit dem Wunsch, eines Tages etwas Kleines, Modulares und Selbstgenageltes für die Feldbahn zu besitzen, kam das Thema eines Tages in einem Online-Stammtisch auf.
Dort schwärmte Martin Ristau von der Idee, ein modulares System – ähnlich wie in der Tabletop Szene – auch für Spur II Gleise zu verwenden. Diesen Gedanken griff ich gerne auf, und heraus kamen folgende "Teppichmodule" für die 26,7 mm Feldbahn:

26_7_mm_Feldbahnmodule_01 (Jason Neugebauer)
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Zur Verbindung wählte ich allerdings keine Magnete oder ähnliches, sondern 4mm Bananenstecker. Über diese soll neben der elektrischen Verbindung auch die Justage der Gleise sowie das Zusammenklemmen der Module erfolgen. Erfreulicherweise fand ich Male/Male - Bananenstecker, die man nach dem Betrieb an allen Modulkanten entfernen kann. So ragen, anders als bspw. bei klassischen Modellbahngleisen, keine Verbinder am Gleisende heraus. Die Löcher für die Bananenbuchsen erfolgten dann Mithilfe einer Bohrlehre.

26_7_mm_Feldbahnmodule_04 (Jason Neugebauer)
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26_7_mm_Feldbahnmodule_03 (Jason Neugebauer)
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26_7_mm_Feldbahnmodule_02 (Jason Neugebauer)
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Für die Breite habe ich 20 cm gewählt, da hier parallele Gleise problemlos möglich sind und für meinen Geschmack ausreichend Platz für Begrünung entlang der Strecke bleibt. In den Längen 20, 40 und 80 cm habe ich 6 mm Sperrholzplatten im Baumarkt zuschneiden lassen, die ich rundum mit 20 x 20 mm Vierkantleisten unterbaut habe. Aufgeleimt wurden 5 x 8 mm Schwellen, deren Oberfläche zuvor mit Drahtbürste und Stecheisen bearbeitet und anschließend mit verschiedenen Braun-, Grau- und Weißtönen farblich behandelt wurde.

Als Gleisprofil kam Peco Code 143 („IL-7 FB“) zum Einsatz. Jedes einzelne Profil wird vor dem aufnageln geschwärzt, zudem wird an jedes ein Kabel angelötet.

Ziel sind 270° an Bogenmodulen, 3 m reine Gerade sowie eine Umsetzmöglichkeit mit Abstellgleis und ein separates Abstellgleis. Der Richtungswechsel am reinen Abstellgleis basiert auf einem Betrieb mit zwei Loks, wodurch ein Loktausch erforderlich ist, um die Rückfahrt anzutreten.

26_7_mm_Feldbahnmodule_08 (Jason Neugebauer)
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Fertiggestellt wird das Modulsystem Ende April/Anfang Mai, sodass auf dem diesjährigen Hauptjahrestreffen ein Betrieb mit 26,7 mm möglich ist. Angebunden werden die Module dabei an die Laderampe von Fido, über die Kipploren in Spur II- oder IIm-Güterwagen entleert werden können. Eine ausgestaltete Beladestelle für die Kipploren im Modell wird es jedoch leider nicht geben.
Zum Abschluss ein paar weitere Eindrücke:

26_7_mm_Feldbahnmodule_05 (Jason Neugebauer)
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26_7_mm_Feldbahnmodule_06 (Jason Neugebauer)
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26_7_mm_Feldbahnmodule_07 (Jason Neugebauer)
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Viele Grüße aus dem Rhein-Sieg-Kreis
Jason
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Robert Liebers
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Re: 26,7 mm Feldbahn selbstgenagelt: Modulares Stecksystem für den fliegenden Aufbau

Beitrag von Robert Liebers »

Vielen Dank für die Einblicke in deine Feldbahn. Die Module erinnern mich an die Dominomodule. Ich hoffe weitere Mitglieder springen auf um die Feldbahn wieder zu beleben.
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Jason Neugebauer
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Re: 26,7 mm Feldbahn selbstgenagelt: Modulares Stecksystem für den fliegenden Aufbau

Beitrag von Jason Neugebauer »

Und da die meisten, eingeschlossen mir selbst :D , bewegte Bilder der Modellbahn bevorzugen, hier ein kleines Youtube Video:
https://youtu.be/o12l61yXpXc?si=pdyE3kYbvMlRmw5x

Hallo Rob,
ein Aufspringen ist bei dem privaten Tisch-/Teppich-Modulsystem, was es aktuell nicht weiter ist, natürlich nicht so verlockend, aber ich gebe dir Recht, vielleicht motiviert es ja den ein oder anderen, wieder was auf 26,7mm zu machen.
Wäre das nicht auch was für dich?

Grüße Jason :wink:
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Jason Neugebauer
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Re: 26,7 mm Feldbahn selbstgenagelt: Modulares Stecksystem für den fliegenden Aufbau

Beitrag von Jason Neugebauer »

Hallo zusammen,

ich bin etwas weiter gekommen und nun in der Lage, meine Radien anhand eines 90° Bogens zu präsentieren.
Die Bogenmodule sind dabei so ausgelegt, das sich ihre lange Modulkante mit der Länge der Geraden von etwa 40cm deckt. Zur Abwechslung strebte ich zwei verschiedene Radien an, die ich mithilfe von drei und vier Modulen - entsprechend 30- und 22,5-Grad Bogenmodulen - realisiere. Umgerechnet ergeben sich damit grob Radien von 64 und 88 cm. Die Schienenprofile sind dabei nicht konstant verlegt. Wie das Ganze ausschaut, lässt sich dem folgenden Bild entnehmen:


26_7_mm_Feldbahnmodule_09 (Jason Neugebauer)
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Viele Grüße
Jason
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Torsten Schoening
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Re: 26,7 mm Feldbahn selbstgenagelt: Modulares Stecksystem für den fliegenden Aufbau

Beitrag von Torsten Schoening »

Hallo Jason,
ein sehr interessanter Ansatz. Das Thema hatte ich mit Martin schon mehrfach diskutiert. Die Magneten sollten die Fixierung der Module und die elektrische Verbindung übernehmen. So in der Art der KM1-Gleise.

Die Dominomodule waren eine gute Idee, hat sich leider nicht weiter verbreitet.

Ich bin gespannt wie du hier weiter baust. Der Aufbau ist einfacher als mit vollständigen Modulen, braucht aber eine geeignete Unterkonstruktion.

Viele Grüße
Torsten
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Jason Neugebauer
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Re: 26,7 mm Feldbahn selbstgenagelt: Modulares Stecksystem für den fliegenden Aufbau

Beitrag von Jason Neugebauer »

Das Thema hatte ich mit Martin schon mehrfach diskutiert. Die Magneten sollten die Fixierung der Module und die elektrische Verbindung übernehmen.
Abend Torsten,

eure Idee mit den Magneten sagt mir auch zu, keine Frage. Die Gründe, weshalb ich letztendlich doch davon absah sind die Folgenden:
:!: Die Bananenstecker sind aus meiner Sicht Idiotensicher. Sie justieren perfekt, übertragen Strom super und die Buchsen haben Löt-Ösen. Darüber hinaus verzeihen sie einem das unsaubere arbeiten - bspw. wenn die Senkung für den Buchsenkopf zu tief geraten ist.
:!: Für einen reibungslosen Stromübertrag über die Magnete müssen diese meiner Logik nach immer ein wenig über die Modulfront hinausschauen - so meine ich es auch bei den Musterbildern von KM1: SMagTrack erkennen zu können. Auf die damit erforderliche Präzision bei der Montage wollte ich bewusst verzichten, da ich jetzt auch nichts lasern lassen wollte o.ä..
:!: Ich war schlicht faul: Ich habe noch nie mit Magneten in der Form gearbeitet. Die Magnete würde ich vor solch einem Vorhaben selber erproben wollen. Wie sie sich löten lassen, wie ich sie am besten befestigen könnte, ob sie sich gleichermaßen selbst justieren, damit der Schienenstoß stimmt... , in Anbetracht des zeitlichen Ziels wollte ich dort keine Zeit und Müh verlieren.

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Die Dominomodule waren eine gute Idee,
Die Dominomodule sind mir nicht unbekannt. Sie wären eine Möglichkeit gewesen, wenn ich richtige Module verfolgt hätte. Wie du schon erwähnst, hat sich die Idee nicht weiter verbreitet oder scheint wohl mit den zugehörigen Protagonisten von der Bildfläche verschwunden zu sein.
Für die Feldbahn strebe ich allerdings auf richtigen Module nur ein kleines geschlossenes Thema in Form einer Werksbahn an.
Ich bin mir die Option, richtige Streckenmodule zu bauen, mehrfach durch den Kopf gegangen. Der Transport mit Kipploren erfordert eine Beladestelle, mehrere Meter Strecke und eine Entladestelle zur Spur II oder IIm. Da man auf 26,7 mm möglichst autark sein sollte, hieße das für mich, alle 3 Komponenten möglichst umzusetzen.
Und das wäre mir einfach ein zu großer Aufwand für ein Thema, das nicht im Mittelpunkt meines aktuellen Modellbaus steht.
Der Zweck dieser Module soll daher der sein, mal eben - schnell und bequem eine Fahrmöglichkeit auf robusten Gleisen für die Feldbahn zu schaffen, die vor allem nicht den Platz herkömmlicher Module erfordert.
braucht aber eine geeignete Unterkonstruktion
Und genau das ist der Hauptnachteil :roll:

Grüße aus der Werkstatt
Jason
Georges Geiben
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Re: 26,7 mm Feldbahn selbstgenagelt: Modulares Stecksystem für den fliegenden Aufbau

Beitrag von Georges Geiben »

Hallo Jason,
das ist interessant was du hier vorstellst. Feldbahn ist ein schönes Thema. Für Leute welche z.B. nicht viel Platz zur Verfügung haben, ist Feldbahn eine wahre Alternative, um auch etwas in Baugrösse 2 machen zu können. :respekt:
Grüsse. Georges.
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